Die Ausgabe 2007 von Môtiers – Art en plein air zeichnet sich durch monumentale Werke aus, die kraftvoll in die Landschaft des Val-de-Travers eindringen. Eine riesige menschliche Figur aus geflochtenen Ästen von Christoph Dräger illustriert die Kühnheit dieser Ausgabe, die von Kreationen geprägt ist, die den öffentlichen Raum verwandeln.
Im Jahr 2007 bekräftigt die Veranstaltung ihre internationale Öffnung und stellt gleichzeitig die Arbeit von Schweizer Künstlern in den Vordergrund, die ihre Inspiration aus der Region schöpfen. Sie erforschen die Spannungen zwischen Natur, Kultur und Tradition und rufen bei Besuchern und Einwohnern lebhafte Reaktionen hervor.
Dieses Jahr ist auch durch die Investition in private Orte und die enge Zusammenarbeit mit den Môtisans prägend. Das Dorf wird zu einem wahren Kunstlabor, in dem Poesie, Kritik und Experimente an jeder Strassenecke aufeinandertreffen.
Das Plakat stammt von Günther Förg, einem international bekannten deutschen Künstler, der sich teilweise in Le Locle niedergelassen hat. Als Maler, Fotograf und Bildhauer wählt er hier Aquarellfarben, um ein herbstliches, in Dämmerung getauchtes Môtiers zu beschwören. Die Buchstaben schweben dort wie Skulpturen in einer freien und poetischen Landschaft.
Ein starker Kontrast zu dem Werk, das er im selben Jahr in der Grande Rue ausstellte: eine strenge, fast schlichte Skulptur, die an Barnett Newman erinnert. Das ist Förgs Stärke: mit den Regeln zu spielen und die Spuren zu verwischen. Die Kritiker bezeichnen ihn als postmodern, also nicht klassifizierbar.
Wegen einer Krankheit nahm er 2011 nicht an der Ausgabe teil, versprach aber, wiederzukommen. Bei der Vorbereitung der Auswahl 2015 stellt man traurig fest, dass er einen Monat zuvor in Colombier verstorben ist, in der Stille der lokalen Medien.