Die Idee für die Ausstellung in Môtiers entstand 1973 bei einem Besuch in den französischen Alpen. Marie und Pierre-André Delachaux entdeckten eine Skulpturenausstellung im Freien, und die Idee keimte auf: Warum nicht auch in ihrer Region, dem Val-de-Travers, das reich an Landschaften und Geschichte ist, eine solche Ausstellung machen?
Zwölf Jahre später, 1985, setzten sie mit der Unterstützung des Kulturzentrums diesen Traum in die Tat um. In einer Zeit, in der die Region mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, war das Ziel klar: ein positiveres und dynamischeres Bild des Val-de-Travers zu bieten, indem es zu einem Treffpunkt für zeitgenössische Schweizer Bildhauerei umgestaltet wurde.
Ein solides Unterstützungsnetzwerk wird aufgebaut. Die Jury unter dem Vorsitz von Claude Loewer, dem Präsidenten der Eidgenössischen Kunstkommission, wählt die Künstler mit grosser Strenge aus. Ein Patronatskomitee unter der Leitung von Bundesrat Alphons Egli verleiht dem Projekt wertvolle Legitimität. Lokale Handwerker spielen eine Schlüsselrolle, indem sie die Sockel für die Skulpturen spenden, während sich Vereine, Unternehmen und die Bewohner des Tals mit Begeisterung voll engagieren.
Môtiers 85 ist nicht nur eine Ausstellung, sondern der Beginn eines Abenteuers, das das Tal für die Dauer eines Sommers in einen unumgänglichen Ort der zeitgenössischen Schweizer Kunst verwandelte.
Es werden zwei Plakatentwürfe vorgeschlagen. Der erste wurde von Yvo Mariotti, einem Bildhauer aus Môtis und Mitglied des Komitees, entworfen und zeichnet sich durch seine malerische und elegante Seite aus. Er zeigt eine leuchtende Kerze auf einem schwarz-weissen Hintergrund mit Gittermotiven, auf dem das Wort MOTIERS deutlich sichtbar ist. Der zweite Entwurf von Jean-Denis Zaech, einem Maler und Mitarbeiter des Grafikateliers Riethman, der für den Katalog verantwortlich ist, zeigt ein monumentales Kreuz, das im Gras liegt. Es symbolisiert sowohl die Schweiz als auch die Skulptur, mit dem vollständigen Titel der Ausstellung als Inschrift.
Die Wahl des Komitees ist nicht einfach. Nach einer Abstimmung gewann das Schweizer Kreuz die Entscheidung mit fünf Männerstimmen gegenüber drei Frauenstimmen, die für die Ästhetik des ersten Entwurfs empfänglicher waren. Dennoch wurde Mariottis Entwurf nicht völlig verworfen, da er auf dem Titelblatt der Nummer 6 der Nouvelle Revue neuchâteloise erschien, die dem Logbuch der Ausstellung gewidmet war.